Eine notwendige allgemeinverständliche Erklärung der Weltwirtschaftskrise und ihrer Folgen
von Peter Mokwa
Definition
Die Sozialisten aller Parteien sagen, die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise sei die Krise des Kapitalismus. Einige drücken sich „differenzierter“ aus: Es sei der „Turbokapitalismus“ oder der „Finanzkapitalismus“. Daraus schließen sie, daß dieses Monster reguliert, gebändigt oder gar verstaatlicht werden müßte.
Jede Analyse hängt von der Korrektheit der Begriffe ab. Sind diese unklar, bekommt man auch keine klare Analyse, meistens eine falsche. Und aus einer falschen Analyse können keine richtigen Schlüsse folgen.
Die Frage lautet also: Was ist Kapitalismus?
Die korrekte und auch einfachste Definition lautet: Kapitalismus ist Marktwirtschaft. Eine Wirtschaft, in der das Eigentum privat ist und die Konkurrenz unter den Unternehmern die Konsumenten schützt. Es ist eine Wirtschaft, in die kein Staat eingreift und wo niemand Monopole errichtet.
Im Gegensatz dazu ist Sozialismus Staatswirtschaft. Die höchste Stufe des Sozialismus ist die totale staatliche Planwirtschaft.
Die Light-Version des Sozialismus besteht aus diversen Eingriffen des Staates in das Marktgeschehen. Der Staat schafft für einige Marktteilnehmer Privilegien und schützt sie damit vor Konkurrenz. Oder er errichtet Monopole, die den Markt beherrschen, manipulieren und die Konkurrenz ausschalten.
Das Geldmonopol
Das wichtigste und lukrativste Monopol ist das Monopol auf Geld. Geld ist nichts Mysteriöses, es ist nichts anderes als eine Ware. Die „allgemeine Ware“ hat es Marx genannt. Eine Ware also, die man gegen alle anderen tauschen kann.
Seit Beginn der Zivilisation war es das Bestreben der Staaten, Monopole für diese Ware zu errichten: das Monopol auf Prägung von Münzen und das Drucken von Banknoten. Viele Staaten waren stark genug, um solche Monopole gegen die Gesellschaft durchzusetzen, manche aber auch nicht. Dort, wo jeder Münzen prägen oder Geld drucken konnte, war die „allgemeine Ware“ auch allgemein. Es blieb dem Markt – also den Menschen – überlassen, welches Zahlungsmittel sich durchsetzte, welches akzeptiert und auf diese Weise allgemein wurde.
Warum streben Staaten nach dem Geldmonopol? Weil Staaten Geld brauchen, aber selber keines erwirtschaften können. Wenn Steuern, Zölle, Tribute und Plünderungen nicht ausreichen, dann wird Geld vom Staat neu geschaffen.
Bevor das Papiergeld eingeführt wurde, geschah dies auf eine etwas umständliche Weise. Im Römischen Imperium beispielsweise besaß der Staat das Geldmonopol und prägte Silbermünzen. Als der Geldbedarf der Kaiser stieg, ließen sie neue Münzen mit weniger Silbergehalt prägen. Das taten sie heimlich und die römischen Bürger merkten erst nach einiger Zeit, daß die neuen Münzen weniger Wert waren. Der Geldbedarf der nachfolgenden Kaiser stieg beständig … und das Spiel wiederholte sich. Fast permanent stieg die Menge des Geldes, das immer weniger Wert hatte. So wurden die Römer vom Staat über Jahrhunderte mittels Geldfälscherei schleichend enteignet. Die Geschichte des Römischen Imperiums ist eine Geschichte der Inflation, bis Kaiser Konstantin angesichts der völligen Zerrüttung der wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse die Reißleine zog und eine neue Goldwährung einführte. Man kann aus der Geschichte etwas lernen – wenn man will.
Die nächste Stufe der Geldfälscherei ist das staatliche Papiergeld. Papiergeld gibt es in zwei Varianten: edelmetallgedecktes und ungedecktes, d.h. Falschgeld.
Etwa ein halbes Jahrhundert lang, bis 1914, besaß die Welt Währungen, die durch Gold gedeckt waren. Jeder Bürger konnte in der Bank Banknoten in Gold umtauschen. Das war das Goldene Zeitalter der schon damals globalisierten Welt, einer Welt, in der Freihandel herrschte, der Wohlstand stieg und Kriege eher die Ausnahme waren.
Die goldgedeckten Währungen wurden 1914 abgeschafft, denn nur so konnten die Regierungen den beginnenden Weltkrieg finanzieren. Mit Golddeckung wäre diese Menschenschlachterei zu teuer und schon nach ein paar Monaten zu Ende gegangen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde der alte Zustand nicht wieder hergestellt. Im Gegenteil, der amerikanische Präsident Roosevelt verbot sogar den Amerikanern den privaten Goldbesitz – und das in diesem angeblich so kapitalistischen Land.
Nach dem 2. Weltkrieg konstruierte man das System von Bretton Woods. Es gab eine Leitwährung, den US-Dollar, der goldgedeckt war. Die angeschlossenen Währungen waren reines Papiergeld. Um den Vietnamkrieg zu bezahlen, beseitigte der amerikanische Präsident Nixon 1971 auch dieses. Seitdem gibt es weltweit nur ungedecktes Geld, reines Papiergeld, reinstes Falschgeld, das sich noch schneller vermehrt als die römischen Silbermünzen.
Die heutige Krise ist eben durch diese ständig und rasant wachsende Geldmenge verursacht, sie ist das Werk der Politik und nicht des Marktes.
Die Notenbanken
Am effektivsten läßt sich das staatliche Geldmonopol mit einer zentralen staatlichen Institution verwalten, einer staatlichen Notenbank. In der goldenen Zeit des Kapitalismus besaßen einige Länder solche Notenbanken (z.B. Großbritannien) und andere nicht (z.B. die USA). Die FED, die amerikanische Notenbank, wurde erst 1913 gegründet.
Durch die Schaffung einer Notenbank werden alle anderen Banken vom Staat abhängig. Sie werden von der Notenbank mit dem versorgt, was sie brauchen, mit Münzen, Banknoten und vor allem mit Krediten, mit billigen Krediten. Mittels der Notenbank kann der Staat nun das Geschehen auf dem Markt lenken. Er kann die Konjunktur stimulieren, das Wachstum steigern oder auch drosseln, ganz nach Belieben.
Und nachdem der Staat sich der „allgemeinen Ware“ bemächtigt hat, bringt er nicht nur die Banken in seine Abhängigkeit, sondern alle. Produzenten und Konsumenten werden so zu abhängigen Subjekten des Staates. Vor allem kann er seinen Geldbedarf besser stillen, indem er die Geldmenge erweitert und somit die Menschen durch die heimliche Steuer der Inflation enteignet.
Das Gaspedal
Die „Konjunkturmaschine“ Notenbank besitzt einen Mechanismus, mit dem sie die Konjunktur steuern kann. Sie verfügt sozusagen über ein „Gaspedal“, mit dem sich in der Wirtschaft „Gas geben“ läßt: den Leitzins.
Zinsen sind eigentlich etwas Sinnvolles und völlig Normales. Der Zins ist einfach der Preis des Geldes: Wer sein Erspartes jemand anderem leiht, statt es selbst auszugeben, tut dies in der Regel nicht umsonst, sondern möchte dafür eine faire Gegenleistung erhalten. Mit dem „Gaspedal“ kann der Staat den Geldpreis jedoch manipulieren. Zu seinem eigenen Vorteil, wenn er billige Kredite braucht, und zum angeblichen Vorteil der Wirtschaft.
So beginnen die Notenbanken und die angeschlossenen Kreditinstitute Geld zu „produzieren“ – aus dem Nichts heraus: ungedecktes Geld, billige Kredite. Denn billige Kredite bewirken Wirtschaftswachstum, was zu mehr Arbeitsplätzen und zu mehr Wohlstand führt. Das sagen die meisten Politiker und die meisten Ökonomen. Diese Behauptungen sind falsch.
Das Wachstum, das mit billigem Geld „generiert“ wird, ist ein Wachstum auf Pump. Das eingesetzte Kapital ist nicht vorher erwirtschaftet worden. Billige Kredite führen zu verantwortungslosem Investieren und dieses wiederum zu Fehlinvestitionen. Nach kurzer Zeit gerät das Gleichgewicht zwischen Produktion und Konsum außer Tritt. Man hat mehr Maschinen und mehr Produkte als Abnehmer.
Verschärfend wirkt sich die ständig wachsende Geldmenge aus, indem aus billigen Krediten Vermögen werden, die sich nicht mehr auch nur halbwegs sinnvoll anlegen lassen. Das Geld beginnt zu vagabundieren. Es bilden sich auf dem Markt Sektoren heraus, in die dieses vagabundierende Geld zunehmend strömt. Dort erzielt es zunächst auch riesige Gewinne – bis die „Blase“ platzt. Ende des 20. Jahrhunderts waren es die Aktien junger Internet-Firmen. Nach dem Platzen dieser „Dot-Com-Blase“ wanderte das billige Geld in Immobilien, was zur Finanzkrise von 2007/2008 führte. Diese „Blasen“ entstehen nicht durch die „Gier der Kapitalisten“, sondern durch die Manipulation des Leitzinses durch den Staat, durch die künstliche Schaffung von Unmengen billigen Geldes.
Das billige Geld verführt auch den Konsumenten, der sich zunehmend Dinge kauft, die er sich eigentlich nicht leisten kann. Er kauft auf Pump und gaukelt damit der Angebotsseite eine Nachfrage vor, die es nicht gibt. Nach einiger Zeit gerät die Wirtschaft völlig aus dem Gleichgewicht. Die „Blasen“ platzen; die Krise bricht aus; der Unternehmer kann nicht mehr wie bisher und der Konsument auch nicht. Die Banken, die bisher von diesem System profitierten, sind pleite und der Staat greift als „Feuerwehr“ ein. Nur war es die „Feuerwehr“, die den Brand selbst legte.
Die Teilreservebanken
Die Lage für die Gesellschaft verschärft sich außerdem durch die Privilegien, die die Staaten ihren Kumpanen, den Banken, gewähren. Diesen wird erlaubt, die Gelder und Vermögen, die ihnen ihre Kunden anvertrauten, nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach zu verleihen. Für jeden Euro, den eine deutsche Bank für ihre Kunden verwaltet, kann sie 50 Euro an Krediten aus dem Nichts heraus schaffen und dafür Zinsen verlangen. So entstehen Banken, die wenig Eigenkapital besitzen und somit nur über eine minimale Reserve für schlechte Zeiten verfügen. Dadurch kommen die Banken noch stärker in staatliche Abhängigkeit, weil der Staat sie jetzt gegen Zahlungsunfähigkeit schützen muß.
Den Verlust ihrer Unabhängigkeit verkraften die Banken zunächst sehr gut, denn die möglichen Profite sind riesig, während Verluste, die bei zu großen Risiken entstehen, in der Regel vom Staat, also von den Steuerzahlern, getragen werden. Diese haften letztlich in diesem System mit ihren Ersparnissen und Vermögen für die vom Staat bevorzugten Banken – wie für alle Privilegierten und den Staat selber.
Diese Art von Banken, privat oder in staatlicher Hand, nennt man Teilreservebanken. Das Phänomen ist keine moderne Erfindung. Den alten Römern und im Mittelalter waren solche Geschäfte durchaus bekannt. Nach Römischem Recht handelte es sich dabei um betrügerische Unternehmen.
Das Kartell
Die oben beschriebene Machtzusammenballung von Staat und Banken läßt sich am besten als Kartell, als Finanzkartell bezeichnen. Es besteht aus den Staaten, ihren Notenbanken und den gleichgeschalteten, privilegierten, privaten oder staatlichen Teilreservebanken. Es ist eine Interessengemeinschaft, für die die Steuerzahler und Sparer haften. Es ist ein Ausbeutungs- und Plünderungssystem, das mit Kapitalismus überhaupt nichts zu tun hat, außer, daß es von Sozialisten und anderen Dummköpfen so genannt wird.
Solche Banken würden im wirklichen Kapitalismus keine zwei Tage existieren, weil kein Mensch sein Geld einer Bank anvertrauen würde, die kaum Eigenkapital besitzt, d.h. selbst dann pleite ist, wenn es ihr scheinbar „gut geht“. Im wirklichen Kapitalismus würde kein Mensch das heutige Papiergeld in die Hand nehmen, weil jeder wüßte, daß es ungedecktes Falschgeld ist. Im wirklichen Kapitalismus gibt es kein Wachstum auf Pump. Im wirklichen Kapitalismus, in einer wirklichen Marktwirtschaft also wird gespart – immer!
Perspektiven
Dieses Kartell ist für die heutige Weltwirtschaftskrise verantwortlich, nicht irgendein ominöser Kapitalismus. Dieses System hat bereits die erste große Weltwirtschaftskrise herbeigeführt – einige Jahre nach der Gründung der amerikanischen Notenbank und der Abschaffung des Goldstandards. 1929 platzte eine riesige Aktienblase, die durch billiges Geld, durch billige Kredite entstanden war und genährt wurde. Dieses Kartell ist auch schuldig an der heutigen Weltwirtschaftskrise, die alles bisher aus der Geschichte Bekanntes bei weitem übertrifft.
Ausgerechnet dieses kriminelle Kartell gaukelt uns vor, daß es uns aus dieser Krise herausführen wird. Die Brände legende „Feuerwehr“ spielt sich als Retter Griechenlands und gleich der gesamten Menschheit auf. Mit denselben Mitteln, die zur Krise führten, mit billigem Geld und rasch wachsenden Staatsschulden soll die Welt gerettet werden. Im vierten Jahr der Weltwirtschaftskrise hat sich jedoch die Situation dramatisch verschlimmert. Der „Feuerwehr“ geht das Wasser aus. Nicht nur texanische Häuslebauer und deutsche Banken sind pleite, die meisten Staaten sind es auch. Für diese wird es zunehmend schwieriger an billige Kredite zu kommen und bei einer weiteren Ausweitung der Geldmenge droht eine weltweite Hyperinflation. Das Kartell steckt in der Klemme. Nun stellt sich die Frage der Rettung neu: Wer rettet die „Retter“ bzw. wer schützt uns vor diesen „Rettern“?
Das Finanzkartell ist nicht unser Retter, es ist unser Totengräber. Die Weltwirtschaftskrise ist nicht zu Ende, sie nimmt gerade erst Fahrt auf, auch in Form der sogenannten Euro-Krise. Dieses internationale Kartell aus Staaten und Banken ist unser Untergang, er reißt mit seinen verhängnisvollen Methoden die gesamte Zivilisation in den Abgrund. Die Krise wird erst überwunden und die Gefahr für die ganze Welt gebannt sein, wenn dieses Kartell zerschlagen wird. Zur Erinnerung: Dieses ist nach Römischem Recht eine kriminelle Organisation.
___________________________________________________________
Literatur für Einsteiger und Eilige
Roland Baader, Geldsozialismus. Die wirklichen Ursachen der neuen globalen Depression
Ron Paul, Befreit die Welt von der US-Notenbank. Warum die Federal Reserve abgeschafft werden muss
Ludwig von Mises, Vom Wert der besseren Ideen. Sechs Vorlesungen über Wirtschaft und Politik



*Es entstehen Kosten i.H.v. 5 Euro zzgl. der SMS Transportkosten. Davon gehen 4,83 Euro an DIE FREIHEIT.
Laut Mitteilung der Bundesregierung sieht das
Auch das
Das ist ein super Beitrag, den Sie hier geschrieben haben und in dieser Form der erste, den ich von DIE FREIHEIT zu diesem Thema gelesen habe. Er schildert das Kernproblem: Die Regierungen und die Banken/ Lobbyisten, verbünden sich gegen die Bürger und plündern diese auf verschiedenste Weisen aus.
Das endet erst, wenn eines Tages die Zentralbanken und das staatliche Geldmonopol abgeschafft und alternative Zahlungsmittel (Stichwort: Freies Marktgeld) erlaubt werden. Ich finde genau darauf muss DIE FREIHEIT hinarbeiten. Alle Macht dem Volke!
Die Macht und Freiheit zu entscheiden, welchem “Geld” wir unser Vertrauen schenken.
Wenn wir es nicht schaffen, die Macht über das Geld in die Hand der Völker zu geben, werden wir immer Sklaven bleiben.
Wer sich noch nie mit diesem Thema eingehend beschäftigt hat, dem empfehle ich die Vortragsreihe “Staatsbankrott der BRD” von Andreas Popp auf Youtube anzuschauen.
Freitheitliche Grüße!
Hallo sehr geehrter Herr Mokwa,
vielen Dank für den sehr verständlichen Artikel. Als Wirtschaftslaie fragt man sich immer woher die Notenbanken das Recht nehmen Geld zu drucken. Eine Farce. Das Kartenhaus bricht langsam zusammen, wie man jetzt sieht. Und wer wird bei der EZB eingesetzt. Eine Marionette von Finanzminister Schäuble, der Wahnsinn pur. Im Grunde sind unsere Geldscheine nichts als Schuldscheine ohne materiellen Wert. Was kann man anstelle des Fiat-Geldsystems installieren? Wieder Goldmünzen !?
Alles Gute
Symmetrie
Das Kartell (aus dem Text)
Die oben beschriebene Machtzusammenballung von Staat und Banken läßt sich am besten als Kartell, als Finanzkartell, bezeichnen. Wie oben geschildert besteht es aus den Staaten, ihren Notenbanken und den gleichgeschalteten, privilegierten, privaten oder staatlichen Banken, ohne ausreichendes Eigenkapital. Es ist eine Interessen- und Risikogemeinschaft, für die die normalen Geldverdiener und Sparer haften. Es ist ein Ausbeutungs- und Plünderungssystem, das mit Kapitalismus überhaupt nichts zu tun hat, außer, daß es von Sozialisten und anderen Dummköpfen so genannt wird.
Bitte, Bitte, nicht so viel jammern—- ZUR WAHL GEHEN AM SONNTAG IN BERLIN und die Leute wählen, die zumindest mal versprechen, dass sie diese Dinge ändern werden.
Wenn es unserem Staat finanziell schlecht geht, so liegt das nicht daran, dass zu wenig Geld da ist, bzw. durch Steuern eingenommen wird. Wie in jeder gesunden Familie fängt das Leid dann an, wenn man zuviel ausgibt; noch schlimmer kommt es, wenn man Geld für die falschen Dinge ausgibt.
(Wer Schlangen füttert, darf sich nicht wundern, wenn er gebissen wird!)
Mir ist das etwas zu radikal. Die Banken müssen natürlich gesetzlich vorgeschrieben bekommen, mehr Eigenkapital vorzuhalten. Bei Krediten darf niemand gewisse rote Linien überschreiten, kein Unternehmen, keine Bank, kein Schuldner. Zweck der Übung: Niemand ist “too big to fail”. Und dann klappt es auch ganz von selbst. Wer pleite ist geht eben pleite. Wer ihm Geld geliehen hatte, hatte das auf eigenes Risiko getan.
Papiergeld ist übrigens extrem nützlich. Die Vorstellung, dass unser Geldsystem grundsätzlich falsch sei, halte ich für sehr unzutreffend. Nur werden halt die Regeln verletzt, und dann funktioniert KEIN Geldsystem, auch das Freigeldsystem nicht – wenn die Regeln verletzt werden, ist doch logisch :-)
Hallo sehr geehrter Diskutant,
logisch ist nur, dass dieses System uns allmählich ausplündert zu Gunsten einiger Weniger. Das sind die Regeln des System. Somit sind wir alle Sklaven, die bei Wahlen noch die eigenen Henker (etablierten Parteien) wählen. Daher muss die Wende her. Und das kann und wird nur mit der Partei DIE FREIHEIT möglich sein.
Alles Gute
Symmetrie
PS: Banken verfügen über kein Eigenkapital. Im Gegenteil, es ist unser Geld mit denen Banken z.B. Immobilien kaufen und Kredite vergeben. Kredite sind z.T. dann noch Geld aus dem Nichts, für das wir noch Zinsen tilgen dürfen. Geldschöpfung und damit einhergehende Inflation lässt grüßen.
“PS: Banken verfügen über kein Eigenkapital.”
Upps, wissen das schon die Aktionäre der Deutschen Bank, daß sie kein Anteil am Eigenkapital halten , sondern nur ein schön bedrucktes Stück Klopapier namens Aktie ? Es gibt schon Eigenkapital, nur läßt sich darüber streiten, ob es ausreichend dimensioniert ist gegenüber den Einlagen der Sparer, Anleihenbesitzer etc.
@Symmetrie:
Sie irren. Banken verfügen sehr wohl über Eigenkapital, nur über zuwenig. Das lässt sich ändern.
Sie irren auch, wenn sie glauben, dass das System der sozialen Marktwirtschaft und das System der D-Mark (heute: Euro) uns allmählich ausplündern. Diese Systeme plündern uns nicht aus. Sondern das BRECHEN dieser Systeme plündert uns aus. Das Euro-System sah ganz klar vor, dass es keinen bail-out gibt.
Sie sollten vielleicht besser definieren, was Sie unter “System” verstehen, Sie verstehen darunter das systematische Brechen des Systems, wie es eigentlich gedacht war, vermute ich.
Sonst kommt noch jemand auf die Idee, Sie seien ein Kommunist, der soziale Marktwirtschaft und D-Mark-System ablehnt. Diesen Eindruck machen Sie.
Hallo sehr geehrter Diskutant,
sorry, aber Sie haben recht, wenn ich meine Definition nicht dargelegt habe in diesem Beitrag. Jedoch habe ich es weiter oben getan. Gemeint ist natürlich das Fiat-Geldsystem.
Richtig, Banken haben kein oder nur sehr wenig Eigenkapital. Und woher kommt denn dieses? Das ist die entscheidende Frage.
Ich spreche mich deutlich gegen den Kommunismus aus und befürworte vielmehr die freie (soziale) Marktwirtschaft.
Alles Gute
Symmetrie
Ein an sich schöner Artikel, nur wird nicht bedacht, dass sich viele der Noten- und Zentralbanken, allen voran die FED, in rein privater Hand befinden. Vom staatlichen Monopol kann daher gar keine Rede sein, und von der Währungshoheit auf seiten der Politik erst recht nicht. Die öffentliche Hand bekommt Geld von Privatpersonen und mit dem Geld kommt auch die Order, womit wir bei den wahren Mächten wären, die die Geschicke jeden Landes lenken, was sich diesem System bedient (oder bedient wurde).
Trotz des Nichteingehens auf diese essentielle, weil fatale Tatsache ist natürlich die Botschaft des Artikels die Richtige.
Es wäre aber noch interessant zu wissen, wie man denn das aktuelle System dann korrekt betitelt, wenn es doch mit dem Kapitalismus so wenig zu tun hat.
Hallo sehr geehrter Europium,
der Titel ist: Neo-Sklaverei !!!
Alles Gute
Symmetrie
Ich halte den Artikel von Peter Mokwa, den ich als Person sehr schätze , für zu unausgewogen. Er rezitiert in dem Artikel die Standardargumente der österreichischen Schule , die Zentralbanken die Alleinschuld für Wirtschaftskrisen aufgrund zu lockerer Geldpolitik anheftet, und als Heilmittel einen unregulierten Markt anpreist, mit konkurrierenden Währungen, die jedermann selbst ausgeben kann. Diese Argumentationsweise liegt auf dem Spektrum der in der Wirtschaftswissenschaft vertretenen Meinungen am radikalliberalen Rand, und ist noch radikaler als die Vorstellungen von z.B. Milton Friedman http://de.wikipedia.org/wiki/Milton_Friedman , der die Geldmengenverknappung der Zentralbank für die Verschärfung der Weltwirtschaftskrise verantwortlich machte, ganz zu schweigen von “keynesianischen” Wirtschaftswissenschaftlern wie Roubini, Rogoff, Stiglitz, Krugman Minsky, die Märkte nicht als perfekte Regelmechanismen ansehen, und dementsprechend Regulierungen der Märkte, des Bankensystems und der Geldmenge anmahnen. Die Ursachen für Wirtschaftskrisen sind zu komplex, um sie mit nur mit einem Erklärungsmuster analysieren zu wollen. 2008 wie 1929 hatten wir einen kreditfinanzierten Boom an Aktien und Immobilienmärkten in den USA, der Kapital aus aller Welt anzog, Banken wie Lehman, die halbstaatlichen Immobilienfinanzierer und AIG konnten als Nichtgeschäftsbanken allerdings gar kein Geld von der Zentralbank leihen, sie versorgten sich großteils über Kapitalrückflüsse aus den Exportnationen China,Japan, Deutschland, den Ölstaaten etc, die ihre im Export verdienten Dollars wieder anlegen mußten., und operierten mit Eigenkapitalquotern von 3%. Bei einem solchen System ist es kein Wunder, daß Banker unverhältnismäßige Risiken eingingen: macht man Geewinne, kassiert man sie ein, macht man Verluste, ist man wenn überhaupt nur minimal daran beteiligt, und der Staat kann sich um den Schlamassel kümmern, wenn er nicht einen Zusammenburch des Wirtschaftssystems wie nach der Lehmanpleite riskieren will . Es fällt m.M. ins Auge, daß unter diesen Kapitalüberschußstaaten sich diejenigen Länder befinden, die weltweit mit den größten demographischen Problemen zu kämpfen haben. Eine Folgerung daraus sollte daher sein, daß wir als Land wieder mehr in unsere Zukunft und vor allem in Quantität und Qualität der nächsten Generation investieren sollten, anstatt nur auf kreditfinanzierte Exporterfolge in Länder wie USA, Griechenland etc.zu schielen, die diese Schulden sowieso nicht zurückzahlen werden können. Wo ich mit Herrn Mokwa konform gehe, ist die Kritik an der laxen Politik der Europäischen Zentralbank: der Aufkauf von Anleihen von Pleiteländern ist ein Skandal, dem, so er nicht zur Zeit schon strafrechtlich verfolgt werden kann, über verschärfte Gesetzgebung ein Riegel vorgeschoben werden muß. Aber auch die Annahme von normalen “Staatsanleihen” als Sicherheiten für frisches Geld sollte massiv eingeschränkt werden, ein Blick auf die expliziten und impliziten Staatsschulden Deutschlands genügt, um zu wissen, daß diese Schulden nicht zurückgezahlt werden können, ganz abgesehen davon, daß es geradezu verbrecherisch ist, die kommende Generation in Haftung für Schulden zu nehmen, die die vorige Generation gemacht hat. Zusätzlich halte ich nach Max Otte scharfe Eigenkapitalvorschriften für Banken für nötig, damit diese eventuell anfallende Verluste auch tragen können, anstatt sofort nach Staatsgeldern zu schreien.
Sehr guter, verständlicher Artikel, der die Problematik auf einer lesbaren Länge zusammenfasst.
Ein kleiner Kritikpunkt wäre dahingehend anzubringen, dass Geld im Artikel “als Ware” bzw. als “Tauschmittel” bezeichnet wird. Diese Ansicht entspricht zwar auch dem Mainstream der bisher geltenden Ökonomie. Die neuesten Erkenntnisse von David Graeber, Paul C. Martin, Jörg Buschbeck und anderen zeigen jedoch, dass Geld keineswegs als Tauschmittel entstanden ist, sondern grundsätzlich im Zusammenhang mit Staatenentstehung, Besteuerung und im ungünstigen Fall mit Ausbeutung/Unterdrückung gesehen werden muss.
Beispielsweise ein Goldstandard oder auch ein goldgedecktes Papiergeldsystem würde damit keineswegs dauerhaft das Problem der exponentiellen Vermögensakkumulation durch wenige und der Verelendung der Massen auf der anderen Seite lösen.
Dies sollte jedoch nicht als grundsätzliche Kritik an der Herangehensweise des Verfassers verstanden werden. Für ein zukünftiges funktionierendes Finanz- und Wirtschaftssystem müssten allerdings die oben genannten neuesten Erkenntnisse der Anthropologie und Ökonomie unbedingt vertieft und berücksichtigt werden.
Weiter so und
MfG vom Adminator
@Adminator: Der “Trick” beim Freien Marktgeld, ist ja genau der, dass es eben dem Bürger nicht vorschreibt, welches Geld er denn anerkennen und benutzen muss. Damit lohnt sich z.B. auch eine Vermögensakkumulation bei einigen Wenigen nicht mehr, denn, wenn Geld “zu teuer” wird, können die Bürger einfach auf ein anderes Geld ausweichen. Es muss auch kein Gold hinterlegtes Geld sein. Es könnte z.B. ein elektronisches Geld sein, dass per berechneter Schlüssel – ähnlich/gleich den “Bitcoins” – nicht beliebig vermehrbar ist. Das hätte auch den Vorteil, dass man genau wie mit normalem Bargeld völlig anonym bezahlen könnte.
@Markus Breunig:
Das funktioniert auf keinen Fall. Geld, das zuerst gehortet werden kann, und dann, Ätsch zuviel gehortet, wir nehmen jetzt einfach was anderes als Tauschmittel, funktioniert von Anfang an mangels Vertrauen nicht. Steuern kann man damit gleich gar nicht bezahlen. Bitte lasst euch von Jörg Buschbeck von GC2000 beraten, unbedingt. Sonst gibt das eine Katastrophe mit dem Traum vom “Freien Marktgeld”. Oder es läuft einfach auf Gold raus, das ist aber super hortbar und führt daher früher oder später zu Armut, Ausbeutung und Deflation.
Ihr müsst unbeding den Jörg kontaktieren, er ist der Beste und steckt jeden Nobelpreisträger in die Tasche.
Könnten sie noch mal etwas genauer erklären wodurch sich edelmetallgedecktes von nicht-gedecktem unterscheidet? I. e. wie ist dieses Geld ‘definiert’ – legt man einen Kurs fest, 1 Dollar entspricht einfach x gramm Gold? & indem man Gold vom Markt ‘kauft’ kommt das Geld in den Umlauf? Verstehe ich das richtig?
Ein Artikel, auf den man lange warten musste. Ungeschminkt wird aufgezeigt, wer verantwortlich für die immer wiederkehrenden Krisen der letzten 10 Jahre und allen vorhergehenden war. DIE FREIHEIT sollte sich vermehrt solcher Themen annehmen, dann hätte sie wahrscheinlich eine echte Chance und würde auch von Leuten ernst genommen, die bisher von der einseitigen Ausrichtung auf die islamkritische Komponente abgeschreckt wurden. Vor allem braucht es auch kluge Köpfe, die sachlich und fundiert auf ökonomische Themen eingehen, die uns mit Sicherheit die nächsten Jahre beschäftigen werden. Die Art und Weise, wie wir von den Politikern einschließlich ihrer medialen Sprachrohre sowie den sogenannten Wirtschaftsexperten jeden Tag mit alternativlosem Propagandamüll zugeschüttet werden, zeigt die ganze maßlose Arroganz der herrschenden Elite.
Bitte mehr solche Artikel in der FREIHEIT. Wir brauchen nicht mehr soziale und grüne Politik – das machen schon die anderen – sondern mehr Wirtschaftskompetenz.